Pressespiegel:
Gewerbe in Spitze stößt auf Ablehnung
Kürtener Pläne sind aus Gladbacher Sicht chancenlos
Von GISBERT FRANKEN
Bergisch Gladbach. Mit der Idee, das Projekt Gewerbegebiet Spitze wiederaufleben zu lassen, rennt Kürten in der benachbarten Kreisstadt nicht gerade offene Türen ein. Wie schon 2008 bei der Änderung des Kürtener F-Plans herrscht bei den Fraktionen Skepsis bis glatte Ablehnung vor.
»Ich weiß nicht, wie die Kürtener auf die Idee kommen, alle würden auf ein Gewerbegebiet in Spitze warten,«
HELENE HAMMELRATH
SPD-Ratsherrin GL
Moderat reagiert noch Bürgermeister Lutz Urbach: "Wir sind noch bei der Meinungsbildung", erklärt Rathaus-Sprecher Martin Rölen. Man habe die Kürtener Verwaltung zunächst um genauere Informationen gebeten und wolle auch noch mal Revue passieren lassen, was sich vor zehn Jahren in der Diskussion um das geplatzte Interkommunale Gewerbegebiet ergeben habe. "Inzwischen sind ja nicht mehr alle dabei, die damals beteiligt waren."
Ratsfrau Helene Hammelrath, Planungssprecherin der SPD, ist noch dabei und stellt kategorisch fest: "Ich sehe nicht, dass das kommt." Was die Kürtener CDU euphorisch als hervorragende Autobahnanbindung feiert, ist aus Gladbacher Sicht ein Alptraum. "Das gibt einen Aufstand in Herkenrath", ist Hammelrath sicher. Sie ist aber ganz gelassen: "Da muss noch im Rahmen des Abwägungsprozesses geredet werden, und ich weiß nicht, wie Kürten das durchsetzen will."
Die einzige Hoffnung, dass Gladbach das Gewerbegebiet an der Stadtgrenze akzeptiert, wäre ein Zusammengehen der Kommunen. Doch auch dafür sieht CDU-Fraktionschef Peter Mömkes, selbst Lehrer in Kürten, keine echte Chance. "Ein Gewerbegebiet dort wäre ökologisch ein großer Fehler: Das sind die fruchtbarsten Böden der Stadt und eine tolle Landschaft, die kann man nicht einfach zubauen. Dazu kommt die Deutsche Alleenstraße, die dadurch beeinträchtigt würde, und die Wohngebiete von Herkenrath, durch die der Lastverkehr geschleust werden müsste. Die können nicht ein Gewerbegebiet auf die Grenze setzen, ohne mit uns zu reden."

