Pressespiegel:
Ein enger Draht zum Kunstort
Serie: WAHLEN IN RHEIN-BERG Kandidaten für den Landtag an ihrem Lieblingsort
SPD Mit der Villa Zanders ist Helene Hammelrath eng verbunden
VON GISELA SCHWARZ
Bergisch Gladbach. Entweder Sportplatz oder Gläbbischer Zochweg. Fast könnte man eine Wette darauf abschließen, dass dies die "Lieblingsorte" von Helene Hammelrath sind. Schließlich ist sie eng verbunden mit dem Fußball, vor allem dem 1. FC Köln, bei dessen Namensnennung sie strahlende Augen bekommt. Innig ist auch ihre Beziehung zum Karneval: 1999/ 2000 war sie Jungfrau in Gladbach. Aber nein, die Städtische Galerie Villa Zanders nennt Hammelrath als Favoriten in der Reihe der "Lieblingsorte". Die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Bürgermeisterin, die nun die zweite "Session" in Düsseldorf anstrebt, begeistert sich nicht nur für Politik, Fußball und Karneval, sondern auch für Zahlen (sie gründete 1992 die Bürgschaftsbank für Sozialwirtschaft) und Kultur. "Wichtig ist mir das Miteinander mit Menschen in den unterschiedlichsten Situationen - das ist doch das Salz in der Suppe des Lebens", sagt sie.
Zur Villa Zanders habe sie einen ganz besonderen Draht, erklärt sie vor dem Wahrzeichen des Unternehmertums in Gladbach, der ehrwürdigen Barock-Villa - die japanischen Kirschen blühen an diesem Tag in voller Pracht, nehmen dem Haus das Monumentale.
Denn es seien es nicht nur die Ausstellungseröffnungen, bei denen sie als Vizebürgermeisterin die Chance wahrnehme, sich mit der Kunst auseinander zu setzen. "Das ist ideale Verbindung zwischen Verpflichtung und Kunstgenuss, mir fehlt leider die Zeit für eine intensivere Teilhabe." Auch indirekt ist sie der Villa Zanders und ihrem Kulturleben eng verbunden: Ehrenamtlich wirkt ihr Lebensgefährte mit in der Artothek von Klaus Altmann, in der man gegen einen kleinen Obolus wirklich gute Kunst ausleihen und an der heimischen Wand genießen kann.
Und: Sie ist Gründungsmitglied der Goethe-Gesellschaft Bergisch Gladbach, die in der Villa Zanders gegründet wurde. Als dort, in der "Geburtsstätte", kürzlich das zehnjährige Bestehen gefeiert wurde, nahm sie begeistert die Fachvorträge und die Lesungen auf.
"Es ist ein Stück Lebensqualität, wenn ein Verein solch ein Kulturangebot bietet und die Menschen einbindet", sagt sie. "Vor allem in Zeiten, in der die Kommunen kaum noch Geld haben." Und wieder glänzen die Augen, aber das Thema Geldmangel trübt ein wenig die gute Laune. "Gerade in diesen Zeiten muss man sich in solchen Vereinen betätigen, um etwas in Bewegung zusetzen", lautet ihr Rezept zur Selbsthilfe.
Apropos Rezepte - die hat sie nicht nur ideell als Parteiprogramm der SPD parat, sondern auch ganz reell zum Kochen. Natürlich in sozialdemokratischem Rot. Zu jedem Rezept gibt es eine Geschichte: die von den überbackenen Mandel-Pfirsichen zum Beispiel, an dessen Ei-Schneemasse sie herumexperimentiert hat wie Ferran Adria im spanischen Restaurant "El Bulli". Auch der legendäre Koch pflegt seine Zutaten in mikrofeine Bestandteile zu zerlegen, um sie zu einem neuen Etwas zusammenzufügen. Das hat schon irgendwie etwas Mathematisches. An solche kulinarischen Genüsse geht Helene Hammelrath jedenfalls mit ebensolcher Begeisterung und Genauigkeit heran wie an die Kostenrechnungen in ihrer Bürgschaftsbank und die politischen "Rezepte": Der Mix macht's.
www.landtag-helene.de


