Pressespiegel:

  • 09. Juni 2017
Bergische Landeszeitung, Freitag, 9. Juni 2017, Seite 37

Besuch zum Abschied vom Landtag


Besuch von Schülern aus Ihrer Heimatstadt hatte die Gladbacher Abgeordnete Helene Hammelrath an Ihrem letzten Arbeitstag im Düsseldorfer Landtag. (Foto: Peuckmann)

Es war ein besonderer Moment, als Helene Hammelrath nach zehn Jahren Amtszeit gestern ihre letzte Schülergruppe als Abgeordnete im Landtag empfing. Da war auf der einen Seite die scheidende Abgeordnete, die viel erlebt und erreicht hat und kein Blatt mehr vor den Mund nehmen muss.

Auf der anderen Seite war dort eine Gruppe Jugendlicher, die wissen
wollte, wie das Leben hinter der politischen Kulisse spielt. Und die
beiden achten Klassen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums aus Bergisch Gladbach brachten viele Fragen mit, als sie die Abgeordnete an ihrem letzten Arbeitstag in Düsseldorf besuchten: Haben Sie schon mal *Angela Merkel* getroffen? Wie sind Sie Politikerin geworden? Mit welchen Erinnerungen blicken Sie auf ihre Zeit als Abgeordnete zurück? Haben Sie im Landtag Peinlichkeiten erlebt? Wie ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Abgeordnete?

Darauf antwortete Hammelrath gern, erzählte, dass sie die Kanzlerin
traf, als sie Delegierte der Bundesversammlung war, um den
Bundespräsidenten zu wählen. Aber nicht nur die Teilnahme an der
Bundesversammlung gehört zu den guten Erinnerungen.
Abgeordnete war Hammelrath im Übrigen nicht schon immer, sondern hat ihre berufliche Laufbahn damals nach der Höheren Handelsschule mit einer Lehre zur Bankkauffrau begonnen. Dann folgte eine Ausbildung als Bundesbankbetriebswirtin, später ein zweiter Abschluss als
Bankbetriebswirtin. Die Politikerin betonte, sie finde es wichtig, dass
Abgeordnete eine solide berufliche Grundlage hätten, damit sie auch in
der Politik eine gewisse Unabhängigkeit beibehalten können. Als peinlich empfinde sie es, wenn Abgeordnete ihre Pflicht nicht wahrnähmen und sich nur für die oberen Zehntausend einsetzten, anstatt für die allgemeine Bevölkerung da zu sein, die sie gewählt habe.

Obwohl es als Abgeordnete - aber auch in anderen Berufen - nicht immer einfach sei, berufliche und familiäre Aufgaben miteinander zu verbinden, sei es schade, so Hammelrath, dass der prozentuale Frauenanteil an Abgeordneten in der neuen Wahlperiode wieder gesunken sei. Deshalb ermutigte sie besonders die Schülerinnen, sich für ihre eigenen und für öffentliche Angelegenheiten einzusetzen.

"Für mich war es ein wunderbarer Abschluss, an meinem letzten Tag als Abgeordnete noch einmal so vielen jungen Schülerinnen und Schülern aus meiner Heimatstadt Politik ein Stück näher zu bringen", freute sich die SPD-Politikerin. (r)