Pressespiegel:

  • 07. April 2017
Bergische Landeszeitung, Donnerstag, 6. April 2017, Seite 38

Grenzenloser Jubel der Sieger

Gewinner der Sportlerwahl 2016 geehrt

So sehen Sieger aus: Die besten Sportlerinne und Sportler des Kreises jubeln über Ihre Auszeichnung. Prominente aus Sport und Politik freuen sich mit den Geehrten. (Foto: Christopher Arlinghaus)

VON CLAUS BOELEN-THEILE

Rhein-Berg. Der bergische Sport ist: erfolgreich, sympathisch, mitreißend. Die große Gala des Kreissportbunds zur Wahl des Sportlers, der Sportlerin und der Mannschaft des Jahres 2016 bot fast zwei Stunden beste Unterhaltung, mit gut aufgelegten Sportlern auf der Bühne, mit begeisternden Showdarbietungen und einem Moderator Wolf-Dieter Poschmann, der charmant und schlagfertig durch den Abend führte. Für Poschmann, bekannt aus dem „ZDF-Sportstudio“, war es die Sportlergala-Premiere.

Marc Schuh oder Alexander Heimann? Bei den Männern war es ein Herzschlagfinale zugunsten des Gladbacher Karatekämpfers Alexander Heimann, Rollstuhlrennfahrer Marc Schuh wurde Zweiter. Im Einspielfilm machten die bergischen Top-Athleten den Scherz des Kreissportbundes mit und tauschten die Rollen. Heimann als Athlet im Rennrollstuhl, Schuh als Karatesportler. Keine Chance mitzuhalten, im Sprint hängte Schuh Heimann um Längen ab. Freundschaft herrscht zwischen ihnen, jeder gönnt dem anderen den Erfolg.

Mehr als 4000 Leser hätten sich im Januar und Februar beim „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der Kölnischen Rundschau beteiligt, berichtete der stellvertretende Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeigers“, Rudolf Kreitz. Falls künftig auch online im Internet abgestimmt werden könnte, werde die Zahl der Stimmen vielleicht noch weiter steigen. Allen Sportlern zollte der Verlagsleiter der Kölnischen Rundschau, Hermann Steveker, Respekt. Die bergische Sportszene sei vielfältig, auch kleinere Sportarten würden in der Berichterstattung gewürdigt. „Randsportarten gibt es nicht“, sagte Steveker. „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Kölnische Rundschau hatten die Wahl als Medienpartner unterstützt.

Interessante Gedanken zu Breiten- und Spitzensport äußerte Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbunds und Vize im Deutschen Olympischen Sportbund. Der Bensberger, gerade 70 Jahre alt geworden, wies auf die Bedeutung der Medaillen bei den Olympischen Spielen hin. So wichtig eine Teilnahme an den Spielen und so gut ein vierter Platz auch sei, Medien und auch Öffentlichkeit schauten als Erstes auf den Medaillenspiegel. Im Schwimmen und in der Leichtathletik habe Deutschland den Anschluss verloren. Mit der angestrebten Reform des Spitzensports erhoffe er sich Verbesserungen.

Die zur Ehrung der Sportlerinnen nach vorn gerufene Helene Hammelrath (SPD), scheidende Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Sportausschusses, berichtete von vielen Kontakten zu Schneeloch. „Ich kenne ihn von klein auf“, verriet sie, wohl eine „Sandkastenliebe“, so Poschmanns spontaner Einwurf. Holger Müller (CDU), ebenfalls bergischer Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Rheinischen Turnerbunds (RTB), erinnerte an die Bemühungen, den Turnstützpunkt in Bergisch Gladbach zu halten. Er sei optimistisch, dass dies gelinge.

Aus dem Badminton-Team des TV Refrath genoss Olympionikin Carla Nelte den Sieger-Applaus der Zuschauer. Mit Ulla Koch, der Bundestrainerin Turnen, stand eine zweite bergische Vertreterin auf der Bühne, die in Rio für Furore gesorgt hatte. Die Medaille für Sophie Scheder (Stufenbarren) war Kochs Husarenstück. „Es war toll“, beschrieb sie ihre olympischen Erfahrungen. Als es um die Medaille ging und plötzlich mit Elisabeth Seitz eine zweite deutsche Turnerin Chancen hatte, habe sie gar nicht hinsehen wollen. Beiden habe sie es „ so gegönnt“.

Die von der Kreissparkasse Köln geförderte Sportlerwahl hat seit ihrem Umzug ins Bürgerhaus Bergischer Löwe deutlich an Attraktivität gewonnen. Sieger und Platzierte fieberten dem Countdown entgegen: Alle Sportler, die es unter die besten Zehn geschafft hatten, rief Poschmann der Reihe nach auf. Ein großes Foto auf dem Beamer und in den Saal schwenkende Scheinwerfer machten die Vorstellung spannend. Als sich die Fußballjuniorinnen von Union Blau-Weiß Biesfeld plötzlich auf der Leinwand sahen, sprang die Truppe gleich in Mannschaftsstärke von den Sitzen auf und jubelte.

Im Showprogramm wechselten Maren Haase und Julica Müller von der Turnhalle auf die Bühne des Bergischen Löwen. Die beiden Kunstradfahrerinnen von Blitz Hoffnungsthal zeigten Ausschnitte ihrer Kür, gespickt mit Höchstschwierigkeiten. Pirouetten mit dem Rad und Handstand auf Sattel und Lenker gelangen mit großer Leichtigkeit, das Publikum applaudierte begeistert. Gleich in eine Filmkulisse entführten die Jazz Lights, die Showtänzer aus dem Studio Dance In Bergisch Gladbach.

„Ein Team, alle sind gleich!“, verriet Oliver Hahn, Vorsitzender des Heiligenhauser Sportvereins, das Erfolgsmodell des Vereins. Beim Träger des Jugendförderpreises 2016 kickt fast der gesamte Dorf-Nachwuchs. „So lange wie sie wollen, können die Kinder und Jugendlichen bei uns spielen“, sagte Hahn, der Verein halte die Balance auch zum Leistungssport. Die engagierten Betreuer, oft über Jahre dabei, seien das große Kapital des Vereins.

Als alle Trophäen übergeben waren, ging es im Foyer in die Verlängerung. Entspannt plauderten die Besten über ihre Pläne fürs neue Sportjahr 2017, über Wettkämpfe und Meisterschaften: Auch die kommende Sportlerwahl wird spannend werden.