Pressespiegel:
"Alles Kappes, deine Elli"
Helene Hammelrath (SPD) hat es nicht mehr in den Landtag geschafft
WALTER K. SCHULZ
BERGISCH GLADBACH. "Alles Kappes, deine Elli", rutschte gestern der Noch-Landtagsabgeordneten Helene Cäcilie Hammelrath (60) in Abwandlung eines alten Sprichwortes heraus. Das Lachen ist der humorvollen Gladbacherin nicht vergangen, eine Portion Betroffenheit und Unverständnis "am Verhalten der rheinisch-bergischen Grünen-Wähler" kann sie aber nicht verleugnen. Die Bankdirektorin stand auf Platz 37 der Landesliste. Bei der letzten Wahl kam sie nach einer Zitterpartie bis spät in die Nacht über die SPD-Landesliste in den Landtag.
Diesmal zogen nur sechs Plätze bei der SPD. Hammelrath ist draußen und muss nun zuschauen, wie ihr Gegenkandidat Holger Müller (Wahlkreis 21) und Rainer Deppe (Wahlkreis 22) alleine in Düsseldorf zu Werke gehen können. Die beiden Christdemokraten holten ihre Wahlkreise direkt.
"Die kleinen Parteien haben es nicht geschafft, ihren Wählern das Splitten der Stimme zu vermitteln. Ich kann es nicht ändern", sagt die SPD-Frau. Und fügt an: "Ich habe die fünf Jahre genutzt, immer viel getan, und zwar nicht erst, als die Wahl vor der Tür stand."
Ihre Zukunft sieht die Gladbacherin trotz der Niederlage nicht in dunklen Farben, "Ich kann noch viel bewegen und werde noch sehr lange arbeiten, wenn man gesund bleibt." Sie sei ja immerhin stellvertretende Bürgermeisterin in Gladbach und habe wichtige Ämter in der Partei.
Beim Blick Richtung Düsseldorf habe sie die Sorge, dass die SPD in die Arme der Linken getrieben werde, wenn es nicht zu Rot-Grün-Gelb komme. Im Übrigen sei nun die CDU erst einmal am Drücker, weil sie einen hauchdünnen Vorsprung vor der SPD habe. Für eine große Koalition sei sie auch nicht angetreten, sagte Hammelrath.
Betroffen ist die Sozialdemokratin auch darüber, dass die Wahlbeteiligung nur bei 65,4 Prozent gelegen habe. Politikverdrossenheit? "Den Schuh ziehe ich mir nicht an. Ich habe sogar eher den Eindruck, dass in unserem Kreis Einsatz nicht honoriert wird." Unter dem Strich findet es Helene Hammelrath aber "toll, dass es der SPD gelungen ist, so viel junge Leute für ihre Arbeit zu begeistern".
SPD-Kreisvorsitzender Gerhard Zorn hatte am Wahlabend im Kreishaus schon das Gefühl, "dass viel ,Bunt' für ein Regieren von Hannelore Kraft notwendig" sein werde.
Im Wahlkreis 21 holte Sieger Holger Müller übrigens 27 569 Erststimmen, 24 183 entfielen auf die CDU-Liste. Helene Hammelrath brachte es auf 23 477 Stimmen, ihre Partei auf 19 373.
Friedhelm Weiß (Grüne) fischte 8411 Stimmen, die Grünen erhielten 10 782 an Zweitstimmen.

