Pressespiegel:

  • 21. Januar 2010
Bergische Landeszeitung/Kölnische Rundschau - Donnerstag, 21. Januar 2010

Mombauer und seine Stabsstelle

Disput um Fluglärm in Rösrath: Interner Arbeitskreis tagt mit externen Gästen
Von WALTER K. SCHULZ

RÖSRATH. Bürgermeister Marcus Maria Mombauer (CDU) spielt nun das erste Treffen seiner gegründeten Stabsstelle "Nachtfluglärm" herunter. Es habe sich um ein "erstes Schnuppergespräch" gehandelt, konstatierte er. Es sei darum gegangen, den neuen Vertreter der Stadt in der Fluglärmkommission, Friedhelm Weiß (Die Grünen), mit den Akteuren, die er persönlich noch nicht kenne, bekannt zu machen.

Zur Erinnerung: Als sich die SPD-Landtagsabgeordnete Helene Hammelrath (Bergisch Gladbach) zur Mitarbeit bereit erklärt hatte, verlautete Mombauer nach außen, seine Stabsstelle sei eine reine verwaltungsinterne Einrichtung. Wie jetzt bekannt wurde und auch vom Bürgermeister gegenüber der BLZ bestätigt wird, nahmen auch zwei externe Akteure - der Vorsitzende der Lärmschutzgemeinschaft Köln / Bonn, Wolfgang Hoffmann, und Prof. Dr. Joe Buchholz vom Bürgerverein Fluglärmschutz Forsbach - teil.

Wolfhagen Beckers von den "Bürgern für Rösrath" reagierte am Wochenende mit großer Verwunderung. Die Ausladung nannte er "ungehörig". In einem Schreiben an Mombauer erinnert Beckers den Bürgermeister an dessen Zusage, ihn zur Stabsstelle, "die mir eine Herzensangelegenheit ist", einzuladen. Beckers nahm nach eigenem Bekunden die "Berufung" an und verwies auch darauf, "dass Herr von Niessen (Bürgerverein Kleineichen, der eine eigene Messstation unterhält, d. Red.) ebenfalls in den Kreis der kompetent engagierten Personen" (O-Ton Mombauer) gehöre. Mombauer habe nicht begeistert reagiert auf diesen Wunsch. Beckers: Eine solchen Fachmann auszuschließen und darüber hinaus auch noch ihn, Beckers, trotz Zusage nicht einzuladen, deute eher darauf hin, dass Rösrath nach wie vor die Fluglärmreduzierung alles andere als ernst nehme.

Jetzt will Bürgermeister zu seinem Wort stehen

Mombauer reagierte, er stehe zu seinem Wort, Beckers in die Stabsstelle einzuladen. Nur ein gemeinsames Vorgehen bringe Rösrath "die Kraft, die wir im Kampf gegen den Fluglärm benötigen".

Mombauer versteht die Stabsstelle nun als "aktive Begleitung und Ansprech- oder Anschreibstelle".

Ein Rösrather ist übrigens Vorstandsmitglied bei der Ärzteinitiative für ungestörten Schlaf e.V.: Dr. Heiner Mersmann. Vielleicht hatte man auch ihn in das Gremium berufen sollen, sagen jetzt Kritiker. Es blieben also nicht nur die Kleineichener außen vor.

Von der Klage der Stadt Siegburg, der sich die Stadt Rösrath angeschlossen hat, ist aus dem Büro Mombauer unterdessen nichts zu hören. Kein Punkt auf der Tagesordnung, kein Bericht des Bürgermeisters. SPD-Chef Dirk Mau: "Mir ist der Inhalt und der Sachstand nicht bekannt. Es hat meines Wissens nach keinerlei Berichte der Stadtverwaltung gegeben."

Jessica Seifert von der "Linken": "Über die Klage wurde einmal in der Fraktionsvorsitzenden-Rund geredet, allerdings auf Betreiben von Herrn Beckers, wenn ich mich recht erinnere. Die Stadt hat sich meines Erachtens nicht in das Thema eingearbeitet. Über den Stand wurde nicht berichtet, egal bei welchem Chef, ob bei Happ oder bei 'Triple M'."

Nach der Verlängerung der Nachtflugregelung für Köln / Bonn bis 2030 sprach der Siegburger Bürgermeister Franz Huhn (CDU) von einem "eiskalten Schlag ins Gesicht der vom Nachtfluglärm betroffenen Menschen". Siegburg fechtet die Nachtfluggenehmigung vor Gericht an. Huhn: "Notfalls klagen wir bis in die letzte Instanz. Für alle möglichen Investoren wird es keinerlei Rechtssicherheit geben!"

Wolfhagen Beckers: "Das Thema wird in Rösrath doch, wenn wir ehrlich sind, immer wieder ignoriert. Im Rathaus Siegburg war man sehr verwundert und man fragte mich, wieso ich der Einzige sei, der sich nach der Klage erkundige."