Pressemitteilung:

  • 30. Oktober 2006

Helene Hammelrath setzt interkulturellen Dialog mit Muslimen fort

Dialog der Kulturen in der evangelischen Gnadenkirche in Bergisch Gladbach

Helene Hammelrath mit Pfarrer Thomas Werner vor der Gnadenkirche

Helene Hammelrath im interkulturellen Dialog
Bergisch Gladbach (…) "Das Viereckige ist menschlich, das Runde ist göttlich, das Achteck ist vollkommen". So lautete das Motto des Architekten, der ab 1775 die evangelische Gnadenkirche in Bergisch Gladbach mit ihrer oktogonalen Grundform erbaute. So versinnbildlicht der imposante weiße Innenraum eine Zeit, die an die Vollkommenheit, die Vernunft und an sich selbst glaubte.

Der heutige Hausherr der Gnadenkirche kennt und schätzt die kulturelle Vielfalt mit all ihren Unvollkommenheiten. Pfarrer Thomas Werner wurde als Sohn eines evangelischen Geistlichen in Südafrika geboren. Dort spielte die evangelische Kirche eine tragende Rolle im Widerstand gegen die Apartheid, die die Vielfalt der Kulturen unterdrückte.

Heute leitet Thomas Werner einen Pfarrverband in einem konfessionell gemischten Umfeld. Bei aller Standfestigkeit im evangelischen Glauben unterhält er gute Kontakte zu den katholischen Nachbargemeinden in Bergisch Gladbach. Er betreut auch Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, deren gastfreundliche Beredsamkeit er im Originalton zitiert: "Bog ljubit Troizu" - Gott liebt die Dreifaltigkeit und somit den, der auch den dritten Wodka nicht ausschlägt.

Gastfreundlich ist auch Pfarrer Werners Gemeinde. Rund vierzig Gäste, darunter die Initiatorin des "interkulturellen Dialogs", SPD-Landtagsabgeordnete Helene Hammelrath und viele Gladbacher Sozialdemokraten, wurden nach dem Verweilen im Kirchenraum nebenan im Pfarrsaal von Dagmar Pelz bewirtet.

Im Gespräch standen ernste Themen im Vordergrund. Helene Hammelrath sprach in ihrer Begrüßung die Totenschändung durch deutsche Soldaten in Afghanistan an, die Spannungen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland auslösen könnte. Eine Teilnehmerin verglich die Taten der Soldaten mit dem pietätlosen Verkauf von Helmen toter Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg, den sie auf einem Moskauer Flohmarkt beobachtet habe. Eine der anwesenden Musliminnen widersprach energisch: "Ein Helm und ein Schädel - das ist nicht dasselbe!" Pfarrer Werner warnte eindringlich davor, die makaberen Spiele der Soldaten als "Dumme-Jungen-Streiche" zu verharmlosen.

In einer angeregten Diskussion loteten die Teilnehmer auch die Pole der Beziehung zwischen Protestanten und Katholiken aus. Dabei kamen Erfahrungen aus der eigenen konfessionell gemischten Familie ebenso zur Sprache wie unterschiedliche Geschichtsbilder. Dankbar griff Helene Hammelrath die Anregung eines Teilnehmers auf, auch die orthodoxen Kirchen in Bergisch Gladbach zum Gespräch einzuladen: "Der interkulturelle Dialog geht weiter. Mit Gläubigen aller Konfessionen und Nichtgläubigen verschiedenster Weltanschauungen".