Pressemitteilung:
Helene Hammelrath: "Landesregierung lässt Gesamtschulen ausbluten"
Drastische Stundenreduzierungen durch Kürzung der Schulleitungspauschale
Bergisch Gladbach / Kürten /Düsseldorf (…) Im aktuellen Haushaltsentwurf nimmt die CDU/FDP-Landesregierung starke Kürzungen bei der Schulleitungspauschale der nordrhein-westfälischen Gesamtschulen vor."Im Rahmen steigender Anmeldezahlen der Gesamtschulen im Rheinisch-Bergischen Kreis ist dies der falsche Weg", bemerkt hierzu Helene Hammelrath, SPD-Landtagsabgeordnete für Bergisch Gladbach und Rösrath, "betrachten wir hier doch eine Schulform, bei der im Kreis über 40% der angemeldeten Kinder keinen Schulplatz erhalten haben, für die also ein enormes Interesse besteht."
In einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung wollte Helene Hammelrath wissen, welche Auswirkungen die Kürzung der Schulleitungspauschale auf die Gesamtschulen im Rheinisch-Bergischen und im Oberbergischen Kreis tatsächlich hat. Die Landtagsabgeordnete hatte unter anderem um eine klare zahlenmäßige Auflistung der beschäftigten Lehrkräfte an jenen Schulen gebeten und fragte nach den Veränderungen der zur Verfügung stehenden Unterrichtsstunden.
"Bei der Anzahl der beschäftigten Lehrer an den Gesamtschulen in meinem Wahlkreis ist die Landesregierung leider ausgewichen. Statt die tatsächliche Anzahl der Lehrer mitzuteilen, wurde jeweils nur die Menge der Grundstellen dargestellt. Für die Betreuung der Schüler ist allerdings sehr wohl die gesamte Anzahl der Lehrer wichtig, da diese sich häufig auch außerhalb des eigentlichen Unterrichts noch einbringen", ist sich Hammelrath sicher.
Die Kürzung der Schulleitungspauschale hat in den Gesamtschulen im Rheinisch-Bergischen Kreis dramatische Auswirkungen. In der Gesamtschule Paffrath fallen pro Woche 21 Stunden weg, in Kürten 16 Stunden.
"Diese Schlechterstellung der Gesamtschulen macht deutlich, was die Gesamtschulen der Landesregierung wert sind; sie stellt sich damit klar gegen den Willen vieler Eltern, wie die Anmeldezahlen an den Gesamtschulen zeigen. Die gekürzten Stunden fehlen nun bei der Schülerbetreuung.", stellt die SPD-Politikerin klar.
Die Landesregierung begründet die Kürzung der Schulleitungspauschale an den Gesamtschulen unter anderem damit, dass Schulen mit einem ähnlichen Differenzierungsbedarf, hier wird auf die Berufskollegs verwiesen, bisher auch mit weniger Schulleitungsstunden ausgekommen sind als die Gesamtschulen. "Ein solcher Vergleich hinkt", macht Hammelrath klar: " Berufskollegs unterrichten ihre Schüler zumeist nur zweimal in der Woche, wogegen wir es bei den Gesamtschulen mit einer täglichen Ganztagsbetreuung zu tun haben."
Wie wenig die von der Landesregierung - zur Rechtfertigung der Kürzungen - nun unbefristet beschäftigten 100 Sozialpädagogen bewirken, wird deutlich wenn man sieht, dass im Rheinisch-Bergischen Kreis an den Gesamtschulen kein einziger hiervon beschäftigt ist.
"Spätestens hier wird deutlich, was die Landesregierung bezweckt: Sie will die bei ihr ungeliebten Gesamtschulen langsam aber sicher ausbluten lassen", so Helene Hammelrath.