Pressespiegel:
Bergische Landeszeitung - Montag, 30. November 2009
Mit neuem Elan zurück zur Basis
Gerhard Zorn zum SPD-Kreisparteichef gewählt - NRW-Parteivorsitzende Hannelore Kraft zu Gast
Von BERND F. HOFFMANNOVERATH. "Zurück zur Basis" - dieser Slogan hätte vielleicht das Banner im Schulzentrum Cyriax beim Unterbezirksparteitag der SPD Rhein-Berg bilden können.
Denn die Basis bedeutet für die Sozialdemokraten den Weg zurück zur klassischen Klientel. "Wir müssen das Vertrauen unserer traditionellen Wählerschaft zurückgewinnen", sagte SPD-Landtagsmitglied Helene Hammelrath am Rande des Parteitages. Hammelrath betonte zudem, dass die SPD schon jetzt Geschlossenheit zeigen müsse und nicht erst ein paar Wochen vor der Landtagswahl. Die Frage nach einem Bündnis mit der Linkspartei stelle sich für sie nicht. "Wir können uns nicht nach Vorgaben anderer Parteien richten, sondern müssen mit neuem Elan unser eigenes Profil stärken."
Neben dem neuen Elan setzt die rheinisch-bergische SPD ab sofort auch auf einen neuen Kreisparteichef. Gerhard Zorn wurde von den Anwesenden mit 83 von 91 Stimmen gewählt, wobei sich drei Delegierte enthielten. Zorn setzt künftig ebenfalls auf verstärkte Basisarbeit. "Wir müssen wieder die Mitglieder mitnehmen und zeigen, dass es Spaß macht, in der SPD zu sein", sagte er der BLZ.
Zorn will neue Partner gewinnen.
Das bedeute auch, so der frisch gewählte Unterbezirksvorsitzende, künftig neue Bündnispartner zu gewinnen. Dazu zählt Zorn weniger eine bestimmte politische Partei, sondern Institutionen wie den Kinderschutzbund und die Gewerkschaften. Eines steht für den Parteichef jedenfalls fest: "Es darf nie wieder eine ,Basta-Politik' geben".
Es sei die "kritischste Zeit, die ich seit vierzig Jahren mit meiner guten alten Tante SPD erlebe".
Seinen Nachfolger bezeichnete Jürgen Wilhelm als den "besten Politiker im Kreistag, stets exzellent vorbereitet, glänzend informiert taktisch klug vorgehend".
Für den neuen Elan hatte sich die Rhein-Berg-SPD zudem einen prominente Gast ins Cyriax geladen. Die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft war nach Overath gekommen, um den scheidenden Wilhelm seine Verdienste zu würdigen. "Dr. Wilhelm ist mit 32 Jahren als Kreisparteichef der Rekordinhaber in NRW", sagte Kraft, die zugleich Gerhard Zorn viel Glück für die Zukunft wünschte und die Partei auf die kommende Landtagswahlwahl einstimmte.
Ganz allein muss Zorn aber die Zukunft seiner Kreispartei nicht bestreiten. Ihm zur Seite stehen als wiedergewählte Stellvertreterinnen Christiane Clemen und Helene Hammelrath.