Pressemitteilung:

  • 08. Mai 2008

Chaos bei der Forstverwaltung im Bergischen Land

"Verantwortliche bürgernahe Politik sieht anders aus"
Bergisch Gladbach / Düsseldorf (...) Stellung beziehen musste die Landesregierung zu den Verzögerungen und unbesetzten Stellen im Zuge der Zusammenlegung der Forstämter im Bergischen Land. Unmittelbar nach den Presseberichten vor einigen Wochen hatte die Bergisch Gladbacher Landtagsabgeordnete Helene Hammelrath (SPD) eine sogenannte Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt und nun die Antwort erhalten.

"Soviel Konzeptlosigkeit erschreckt mich. Die Altstandorte der Forstämter in Bergisch Gladbach und Waldbröl sind bereits gekündigt, ohne dass die Planungen für die neue Behörde überhaupt feststehen", empört sich die SPD-Politikerin. So ist der Antwort des Ministeriums wörtlich zu entnehmen: "Die Realisierung des Bauvorhabens könnte voraussichtlich im 3./4. Quartal 2009 vollzogen sein."

"Den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Waldbesitzern fehlt in der Zwischenzeit eine wichtige Anlaufstelle. Verantwortliche bürgernahe Politik sieht anders aus", kritisiert Helene Hammelrath die Auswirkungen der schwarz-gelben Forstreform. Eine gut funktionierende, personell starke Forstverwaltung sei zudem wichtig, um eine nachhaltige ökologische Waldwirtschaft sicherzustellen.

Die kleinen Waldbesitzer sind durch die unbesetzten Stellen in den Forstbetriebs-
bezirken besonders betroffen: "Forstliche Zusammenschlüsse der Waldbesitzer sind sinnvoll. Sie können aber nicht eine kompetente ortsnahe Forstverwaltung mit ausreichender Personaldecke ersetzen. Auch im Wald gilt für Minister Uhlenberg offensichtlich das Motto 'Privat vor Staat'." Laut Landesregierung sollen die unbesetz-
ten Stellen Mitte des Jahres wieder besetzt werden. "Für meine Begriffe zuviel 'sollen' und zuwenig Gewissheit", merkt Hammelrath besorgt an.

Die Landesregierung hat im Rahmen ihrer Forstreform 19 der ursprünglich 35 Forst-
ämter aufgelöst und die Forstreviere von 358 auf 300 landesweit ausgedünnt. In den Forstbetriebsbezirken des Bergischen Landes sind derzeit sechs Stellen unbesetzt. Das Regionalforstamt Bergisches Land existiert auf dem Papier bereits seit dem 01. Juli 2007.