Meldung:

  • 30. August 2008

Andrea Nahles zu Gast bei der Bergisch Gladbacher Tafel

"Wir müssen bei der Kinderarmut ansetzen"

Helene Hammelrath, Andrea Nahles MdB und Mitarbeiterin der Tafel

v.l.: Helene Hammelrath, Andrea Nahles MdB, Mitarbeiter, Klaus Orth
Bergisch Gladbach (...) Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte die stellvertretende SPD-Chefin Andrea Nahles am 30.08.2008 die Bergisch Gladbacher Tafel. Begleitet wurde sie von ihren SPD-Kollegen Bürgermeister Klaus Orth, Dr. Jürgen Wilhelm (Vorsitzender des SPD-Unter-
bezirks RheinBerg) sowie Helene Hammelrath, Landtagsabgeordnete für Bergisch Gladbach und Rösrath.

Samstags ist Ausgabetag an der Tafel, so dass die Gäste bei ihrem Rundgang durch die Räumlichkeiten des öfteren den Weg für Mitarbeiter mit Lebensmittelkisten frei machen mussten. Andrea Nahles war beeindruckt von der Größe und der Professionalität der Tafel. Auch Ulrich Müller vom Vorstand des Vereins Bergisch Gladbacher Tafel e.V. bestätigte dies: "Die Abläufe und Strukturen sind wie in einem kleinen Unternehmen. Anders kann man diese Größenordnung nicht sinnvoll gestalten." Derzeit hat die Tafel ca. 2500 Kunden, die von den rund 120 Mitarbeiter-
innen und Mitarbeitern versorgt werden können. Nach den Einblicken in die Arbeitsabläufe und nach Gesprächen mit den Ehrenamtlichen bei der Verwaltung, Warensortierung und -ausgabe nutzte Andrea Nahles die Gelegenheit, um Wünsche und Forderungen der Tafelorganisatoren zu erfragen. "Die steigenden Energiepreise machen auch der Tafel zu schaffen" stellte Schatzmeister Olaf Schmiedt fest. Hier sei Unterstützung der Politik dringend erforderlich. Andrea Nahles versprach, im Rahmen der Debatte um einen Strom-Sozialtarif auch Lösungen für soziale Einrichtungen zu prüfen.

Ganz besonders am Herzen liege der Bundespolitikerin die Kinderarmut: "Hier müssen wir anpacken und als SPD haben wir dazu einen Maßnahmenkatalog beschlossen, den wir auch umsetzen werden." Einigkeit bestand in der Runde darüber, dass die Verhinderung von Armut die eigentliche Aufgabe sei. Immer mehr Menschen "rutschen ab". Andrea Nahles verwies in diesem Zusammenhang auf die aktuelle Studie der Universität Duisburg-Essen, wonach die unteren Einkommen in den letzten Jahren um 14% gesunken sind. Helene Hammelrath: "Es ist richtig, dass es Einrichtungen wie die Tafel gibt. Es muss aber unser Ziel sein, dass so wenig Menschen wie möglich, diese Unterstützung brauchen. Ein gesetzlicher Mindestlohn, gute Tarifabschlüsse und vernünftige Transferzahlungen sind dafür die Voraussetzungen."

Die Verein Bergisch Gladbacher Tafel e.V. wurde 2006 gegründet und verzeichnet stetigen Kundenzuwachs. In Bergisch Gladbach sind rund 10.000 Menschen berechtigt, Kunden der Tafel zu werden. Berechtigt sind alle Bezieher von ALG2 sowie Personen, deren Haushaltseinkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Die Tafel braucht dringend weitere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um das gestiegene Aufkommen zu bewerkstelligen. Kontakt unter 02202/957 20 40.