Pressemitteilung:
Kriminalität und Gewalt von rechts geht uns alle an
Auf Einladung der Bergisch Gladbacher SPD informierte die Polizei Köln über die rechte Szene im Rheinisch-Bergischen Kreis
Bergisch Gladbach (...) Gut drei Stunden referierten Hauptkommissar Peter Nillius und seine Kollegin, Oberkommissarin Andrea Schüpf, vor rund 50 Teilnehmern und Teilnehmerinnen, darunter Vertreterinnen von Schulen, Jugendarbeit, Gewerkschaften und Integrationsvereinen. Die Bergisch Gladbacher SPD hatte den Abend organisiert und die Referenten der Staatsschutzstelle der Polizei Köln eingeladen. Eingeleitet wurde der Abend von der Bergisch Gladbacher Landtagsabgeordneten Helene Hammelrath: "Rechte Kriminalität und Gewalt sind eine Bedrohung für unsere Demokratie. Deshalb gehen sie uns auch alle an. Umfassende Information ist das wichtigste Rüstzeug für ein entschiedenes Eintreten gegen Intoleranz und Rassismus."Peter Nillius erklärte, dass der Staatsschutz in seiner präventiven Arbeit auf zahlreiche Erfolge zurückblicken kann: „Bei unserer Hauptklientel, den Jugendlichen und Heranwachsenden, fallen nach unserer Arbeit 95 von 100 nicht mehr auf.“
In ihrem Vortrag gingen die Referenten von STEP (Staatsschutz gegen Extremismus durch Prävention) auf Symbole, Gruppen und die Musik der rechten Szene ein. Einige Teilnehmer waren überrascht, welche erschreckende Bedeutung sich hinter manchen Zahlenkombinationen oder Kleidermarken verbergen kann. Auch im Bergischen Land gibt es rechtsextreme Gruppierungen, so neben dem bekannten Bündnis Pro RheinBerg auch die Kameradschaft Oberbergische Wacht: "Es gilt wachsam zu sein - immer und überall", so Hammelrath.
Der Atem stockte den interessierten Zuhörern bei den eingespielten Musikbeispielen. Laut Nillius und Schüpf, sei Musik eines der zentralen Identifikationsmittel für Jugendliche. Auf den von ihnen sichergestellten Handys, MP3-Playern und Computern finden sich jeweils Tausende Dateien rechtsextremer Musik mit menschenverachtenden Texten.
Trotz der teilweise bedrückenden Einblicke in das Gedankengut und die Organisationsweise rechter Gruppen, empfanden die Teilnehmer den Abend als sehr informativ und kurzweilig. Dazu trugen auch die zahlreichen Anschauungsobjekte bei, die die beiden Referenten mitgebracht hatten.