Pressespiegel:

  • Düsseldorf, 10. September 2009
Informationen aus dem Landtag Nordrhein-Westfalen

Landtag Intern 8/2009

Porträt: Helene Hammelrath (SPD)

Wer die Homepage von Helene Hammelrath besucht, findet nicht nur Informationen über die SPD-Abgeordnete und ihre politischen Aktivitäten, sondern auch gleich noch Kochrezepte und Verbrauchertipps. Unter dem Link "Futter für‘s Volk" gibt es bei der Parlamentarierin jede Woche neue Kochvorschläge und Nützliches für den Haushalt. Die Rezepte sind auch in gedruckter Form als kleine rote Kochbücher zu haben. Helene Hammelrath verteilt die Büchlein als Visitenkarte in ihrem Rheinisch-Bergischen Wahlkreis. "Kochen hat zwar nicht direkt etwas mit Politik zu tun. Aber mit Rezepten ist es ein wenig wie in der Politik. Beim Kochen soll es am Ende schmackhaft sein. Auch für eine erfolgreiche Politik benötigt man gute Rezepte", meint die SPD-Politikerin.

Die 1950 in Bensberg geborene SPD-Politikerin ist zwar erst seit 2005 im NRW-Landtag, doch sie ist schon Vollprofi. "Mir ist es ganz wichtig, mich um Probleme der Bürgerinnen und Bürger zu kümmern", beschreibt sie den Schwerpunkt ihrer Arbeit. Folgerichtig macht sie ihre Wahlkreisarbeit beim Bürger vor Ort. "Die Termine werden mit meinem Wahlkreisbüro abgesprochen, aber ich treffe mich grundsätzlich mit den Menschen dort, wo sie leben. Da lasse ich mir die Probleme hautnah vorführen und sehe sofort, worum es geht", erläutert sie ihre Arbeitsweise.

Als Mitglied im Wirtschaftsausschuss geht es dabei häufig um den Erhalt von Arbeitsplätzen, die Ansiedlung von Unternehmen, aber auch verkehrstechnische Fragen. Wie heimatverbunden die SPD-Frau ihre Mandatsarbeit angeht, zeigt sich darin, dass sie vom Finanzausschuss in den Sportausschuss wechselte, um die Sportaktivitäten ihres Hand- und Fußballbegeisterten Wahlkreises besser unterstützen zu können. Und natürlich ist Helene Hammelrath auch selber Mitglied in einem Fußballverein.

Als jüngstes von zwölf Kindern hat sie ein realistisches Lebensbild und früh gelernt, das Beste aus jeder Situation zu machen. Ihre Familie wurzelt in einem christlich-katholischen Umfeld und ihre Eltern standen dem Zentrum nahe. Der Vater war Kaufmann und parteipolitisch ungebunden, allerdings ein strikter Gegner des Nationalsozialismus, was während des Dritten Reiches zu vielerlei Schwierigkeiten für die Familie führte. "Weil mein Vater offen seine Meinung äußerte, schwebte immer ein Damoklesschwert über ihm", weiß die SPD-Politikerin und fügt stolz hinzu: "Aber ich bin sehr glücklich, dass meine Eltern so waren, wie sie waren."

Helene Hammelrath machte nach dem Abitur eine Banklehre bei der Kreissparkasse Köln, wurde Bundesbankbetriebswirtin, wechselte wieder in die freie Wirtschaft zum Genossenschaftsverband Rheinland und ging danach zur Bank für Sozialwirtschaft. 1992 gründete sie die Bürgschaftsbank für Sozialwirtschaft in Köln und ist seither deren Geschäftsführerin. Voller Überzeugung sagt sie: "Ich bin mit Leib und Seele Bankerin".

Durch das politisch wie sozial engagierte Elternhaus hatte Helene Hammelrath schon früh einen Bezug zu politischen Dingen. Sie entschied sich für die SPD als politische Heimat. 1976 trat sie in die Partei ein, drei Jahre später saß sie im Rat der Stadt Bergisch Gladbach, war Mitglied der Arbeiterwohlfahrt und Mitglied der Gewerkschaft ver.di. Seit 1991 ist Helene Hammelrath stellvertretende Bürgermeisterin. 2000 fehlten ihr ein paar hundert Stimmen zum Einzug in den NRW-Landtag, fünf Jahre später klappte es über die Landesliste. Inzwischen ist sie so gut im Geschäft, dass sie, sofern die Partei zustimmt, 2010 gern noch einmal für den Landtag kandidieren möchte.

Über ihre zahlreichen Funktionen in der Kommunalpolitik kam die SPD-Politikerin auch zum Karneval: "Der Aufsichtsrat der BELKAW, dem ich angehörte, wurde 1999 angesprochen, ob wir uns vorstellen könnten, das Dreigestirn für Bergisch Gladbach zu stellen; wir haben nach kurzem Überlegen zugesagt." Als einzige Frau im Gremium übernahm Helene Hammelrath die Rolle der Jungfrau. "Damals wussten wir nicht, auf was wir uns da eingelassen hatten. Wir hatten 148 Auftritte in kürzester Zeit. Es war unbeschreiblich", erinnert sie sich. Heute ist sie nur noch inaktives Mitglied, geht aber natürlich zu Sitzungen und auch den heimatlichen Zug anschauen.

Ihre Freizeitaktivitäten bezeichnet die SPD-Abgeordnete als "zwangsläufig etwas dürftig". Sie kocht gern, hat einen Lebensgefährten, der sie in allem unterstützt, und sie versucht, sich jede Woche ein wenig Zeit freizuschaufeln, um sich um ihre zwei Patenkinder zu kümmern. "Mit dem kleinen Vierjährigen verbringe ich ein paar Stunden auf dem Bauernhof oder unternehme sonst etwas mit ihm."       
Gerlind Schaidt