Archiv

Mai 2010

"Das waren tolle fünf Jahre"

Rhein-Berg. Helene Hammelrath hat es nicht geschafft. Wie sich schon am Wahlabend andeutete, kann die Bensberger SPD-Politikerin diesmal nicht über die Reserveliste in den Landtag einziehen. Der Grund: Die SPD war zu erfolgreich. Das ist kein Witz. Anders als vor fünf Jahren holte die Partei diesmal wieder zahlreiche Direktmandate (knapp 60), was zur Folge hat, dass die Reserveliste höchstens bis Platz 10 greift. Hammelrath steht aber auf Platz 34. "Schade", sagte die Bankdirektorin, "das waren tolle fünf Jahre. Doch die Freude, dass Schwarz-Gelb abgewählt worden ist, überwiegt den Verlust des eigenen Mandats."

"Alles Kappes, deine Elli"

Helene Hammelrath mit Gerhard Zorn
BERGISCH GLADBACH. "Alles Kappes, deine Elli", rutschte gestern der Noch-Landtagsabgeordneten Helene Cäcilie Hammelrath (60) in Abwandlung eines alten Sprichwortes heraus. Das Lachen ist der humorvollen Gladbacherin nicht vergangen, eine Portion Betroffenheit und Unverständnis "am Verhalten der rheinisch-bergischen Grünen-Wähler" kann sie aber nicht verleugnen. Die Bankdirektorin stand auf Platz 37 der Landesliste. Bei der letzten Wahl kam sie nach einer Zitterpartie bis spät in die Nacht über die SPD-Landesliste in den Landtag.

Beck und Hammelrath werben für Politikwechsel in NRW

Empfang von Kurt Beck vor dem Rathaus
Voller Ratssaal im Rathaus Bergisch Gladbach. Mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um von Kurt Beck, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, sein Erfolgsrezept für die "Beste Bildung für alle" zu erfahren: "Diejenigen, die die Fähigkeit und den Willen haben, sollen auch den besten Bildungsabschluss machen können", so Beck.

Landesfürsten zum Endspurt in Gladbach

Herzlicher Empfang für Kurt Beck
Fast schien es, als wäre Kurt Beck als Heilsbringer nach Gladbach gekommen. Der SPD-Ministerpräsident aus Rheinland-Pfalz hat alles das in seinem Bundesland verwirklicht, wofür die Genossen an Rhein und Ruhr kämpfen: ein Studium ohne Gebühren, beitragsfreie Kindergärten, ein Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz ab dem zweiten Lebensjahr.

Ein enger Draht zum Kunstort

SPD Mit der Villa Zanders ist Helene Hammelrath eng verbunden

VON GISELA SCHWARZ

Bergisch Gladbach. Entweder Sportplatz oder Gläbbischer Zochweg. Fast könnte man eine Wette darauf abschließen, dass dies die "Lieblingsorte" von Helene Hammelrath sind. Schließlich ist sie eng verbunden mit dem Fußball, vor allem dem 1. FC Köln, bei dessen Namensnennung sie strahlende Augen bekommt. Innig ist auch ihre Beziehung zum Karneval: 1999/ 2000 war sie Jungfrau in Gladbach. Aber nein, die Städtische Galerie Villa Zanders nennt Hammelrath als Favoriten in der Reihe der "Lieblingsorte". Die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Bürgermeisterin, die nun die zweite "Session" in Düsseldorf anstrebt, begeistert sich nicht nur für Politik, Fußball und Karneval, sondern auch für Zahlen (sie gründete 1992 die Bürgschaftsbank für Sozialwirtschaft) und Kultur. "Wichtig ist mir das Miteinander mit Menschen in den unterschiedlichsten Situationen - das ist doch das Salz in der Suppe des Lebens", sagt sie.